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Die Bibliothek

Es waren wissenschaftlich interessierte Äbte wie Herrand, Martin und Sigibodo, die im 11. und 12. Jahrhundert, unterstützt durch zahlreiche wohlhabende Gönner, eine Bibliothek beachtlichen Umfangs angelegt haben. Möglicherweise hatten schreibkundige Mönche selbst zur Buchproduktion beizutragen. Waren doch die Klöster nicht nur Stätten der Gottesverehrung, sondern auch Zentren des Geistes, des Wissens und der Kultur.

Der Archivar Eduard Jacobs fasste 1867 die Reste der Bibliothek in einer Übersicht (Catalogus Librorum) mit 244 Nummern, davon 156 Handschriften und 87 Druckwerke, zusammen. Sie basiert auf einem Bibliothekskatalog, der auf Veranlassung von Graf Christoph zu Stolberg 1574 erstellt worden war. Er verzeichnete Bibeltexte, Schriften der Kirchenväter, exegetische, asketische und liturgische Schriften, insbesondere Predigten. Besonders wichtig sind ferner 13 rechtswissenschaftliche Schriften für den Gebrauch in der Klosterverwaltung. Ein Zeitgenosse des Grafen Christoph, der Reformator Winnigstädt (gest. 1569), kannte noch den ursprünglichen Umfang der Ilsenburger Buchbestände und bescheinigte Abt Herrand, den er zu den namhaften Kirchenschriftstellern zählte, dass er eine „rechte Schule von allerley freien Künsten angerichtet" und eine "herrliche Bibliothek... mit großen Kosten zugerichtet“ habe.
Die Bibliothek wie auch das Archiv haben sich bis zum Bauernkrieg erhalten. 1525 wurden ihr Bestand geplündert und zerstreut.